Die Anpassung der Weinvermarktung im Rahmen der Reform des deutschen Weinrechts

Letztes Jahr war es dann endlich soweit: der deutsche Gesetzgeber hat die größte Reform des deutschen Weingesetz seit der Einführung des Prädikatsweinssystems von 1969 und der Neufassung von 1971 vollzogen. Kritik gab es genug am deutschen Weg, der anders als das romanische Pyramidensystem vom Oechsle-Grad des Leseguts bestimmt war. Oft wurde gerade diese Besonderheit dafür verantwortlich gemacht, dass der deutsche Wein im Inland und Ausland verstärkt Marktanteile verloren hat. Das deutsche Weingesetz sozusagen als struktureller Standortnachteil gegenüber der wachsenden Konkurrenz aus alter und neuer Welt.

Dies sollte also die Reform des Weingesetzes ändern; gleichzeitig und nicht weniger wichtig, sollte die Gelegenheit genutzt werden, ein anderes großes Problem zu lösen: die Verständlichkeit des deutschen Klassifikationssystems mit zahlreichen Kategorien und Begrifflichkeiten, die selbst Fachleuten häufig ein Runzeln auf die Stirn zaubern. Umso größer also die Notwendigkeit, den deutschen Wein auch dem weniger geschulten Verbraucher begreiflicher zu machen.

In einem kürzlich erschienenen Artikel in der Zeitschrift für Agrarpolitik und Landwirtschaft habe ich die Reform genauer beleuchtet und versucht aufzuzeigen, dass die Gründe dafür, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer mehr an Boden verloren hat, vielschichtiger als die Fokussierung auf das Mostgewicht durch das bestehende Weinrecht. Der Beitrag skizziert die bisherige Gesetzeslage und die wesentlichen Änderungen des Weingesetzes und der Weinverordnung, die gemeinsam die Grundlage des deutschen Weinrechts bilden. Ich habe die Beiträge verschiedener Interessensvertreter und Marktteilnehmer während des Gesetzgebungsprozesses ausgewertet. Auf dieser Grundlage habe ich auch die Entwicklung des deutschen Weinmarktes zusammengefasst und analysiert, teilweise mit überraschenden Ergebnissen, die die komplexe Lage des deutschen Weinabsatzes erklärt und aufzeigt, warum Herkunfsprofilierung allein nicht der Weisheit letzter Schluss ist und was nun zu tun ist. Das alles gibt es hier.

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