Vergessene Rebsorten, Schneeballsyteme und was die OIV eigentlich so macht

Eine Entschuldigung ist meiner Meinung nach angebracht für eine Auszeit, die sowohl aus privaten als auch aus beruflichen Gründen notwendig war. Sie hat sogar dazu geführt, zwei Weinveranstaltungen zu verpassen, zu denen ich wirklich gerne gegangen wäre, aber so ist es manchmal im Leben. Zu den beruflichen Gründen gehörte ein weiterer Aufenthalt an der Weinakademie für das Diploma, und davon wird in den kommenden Wochen (wieder) mehr zu hören sein, aber heute konzentrieren wir uns erneut der auf die neuesten Nachrichten aus der Welt des Weins im JollyCellarMaster Weekly:

 

Verlorene Schätze und Aktuelle und Zukünftige Herausforderungen

Die Loire ist jetzt noch schwieriger

Diese Überschrift ist offensichtlich aus der Perspektive eines Weinstudenten gemacht. In Wirklichkeit geht es darum, dass eine sehr interessante Region noch faszinierender geworden ist. Das Tal der Loire ist sicherlich eine der vielfältigsten Weinregionen der Welt.

Wir haben bereits versucht, die wichtigsten Fakten für alles, was man wissen muss, zusammenzufassen, aber natürlich gibt es noch viel mehr zu lernen. In Bezug auf die Rebsorten sind selbst die wichtigsten (Chenin, Sauvigno, Melon de Bourgogne, Cabernet Franc usw.) hier anspruchsvoller als anderswo, aber es gibt so viel mehr. Und als ob das noch nicht genug wäre, gibt es noch eine weitere zu probieren: Thierry und Zoë Puzelat von Clos du Tue-Boeuf haben beschlossen, der ohnehin bereits reichhaltigen Auswahl eine fast vergessene rote Rebsorte hinzuzufügen, indem sie 82 junge Reben von Lignage gepflanzt haben. Vor einigen Jahren fast von einem Virus ausgelöscht, hat sie laut Wine Searcher eine lange Geschichte in der Region, die bis ins Jahr 1427 zurückreicht, als die Rebsorte erstmals schriftlich erwähnt wurde. Im Allgemeinen in der Region um Blois zu finden, ähnelt es dem Pinot Noir, da es einen relativ hellen Rotwein ergibt und sogar als Weißwein hergestellt werden kann. Aber als Wein ist relativ wenig bekannt, obwohl Lignage einen feinen, zarten, leicht gefärbten Rotwein mit feinen Aromen und einem geringen Alkoholgehalt ergeben soll. Da kommt sicher noch mehr…

Zu schön, um wahr zu sein

Wie heißt es doch so schön? Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es wahrscheinlich auch nicht wahr, oder?

Und so ist es dann auch, selbst (oder besser: vor allem) wenn die Versprechungen noch so seriös sein mögen. Ob es das in dem Fall zweier Briten war, die aktuell in New York vor Gericht stehen, müsste man genauer eruieren. Auf jeden Fall handelt es sich um ein Paradebeispiel eines Investmentbetrugs in allerschönster Tradition einer klassischen Ponzi-Abzocke.

Die Betrüger hatten vorgegeben, dass durch die Investitionen in ihre Firma exorbitante Renditen zu erzielen seien. Als Garantie seien die Einlagen durch seltene Flaschen der besten Weine der Welt besichert. Bedauerlicherweise existierten diese Flaschen nur auf dem Papier. Mit diesem einfachen, aber doch effizientem System gelang es den beiden rund einhundert Millionen Dollar einzusammeln. Ob die Investoren jemals auch nur einen Pfennig von den Gaunern beziehungsweise ihrer Firma Bordeaux Cellars wieder sehen, darf bezweifelt werden.

Bei einer Verurteilung der beiden Männer wegen Betruges und Geldwäsche drohen ihnen bis zu 20 Jahre Haft. Für diejenigen, die betrogen wurden, dürfte dies jedoch wenig Trost sein. Also, immer daran denken: wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein…

Die Bilanz eines Jahres

Luigi Moio hat in seiner langen Karriere in der Weinbranche wahrscheinlich viel gesehen, aber als neu gewählter Präsident der OIV erläuterte er im Vorwort zum jüngsten Tätigkeitsbericht der Organisationzusammengefasst die Herausforderungen, denen sie sich stellen musste:

Bewältigung des Klimawandels, Gewährleistung einer nachhaltigen Entwicklung, Einführung und Überwachung neuer öko-landwirtschaftlicher Ansätze zusammen mit neuen weinbaulichen und önologischen Strategien, die eine geringe Umweltbelastung haben, und ein transparenter Schutz von Erzeugern und Verbrauchern. Nicht gerade wenig…

Der Bericht beleuchtet die wichtigsten Aktivitäten der OIV in den vergangenen zwölf Monaten. Von der Partnerschaft mit renommierten Produzenten über die Übernahme der russischen Sprache bis hin zur Aufnahme Großbritanniens als neues Mitglied und dem Umzug in den neuen Hauptsitz der Organisation in Dijon – die Bilanz eines arbeitsreichen Jahres.

Und mit den oben genannten Aufgaben, sowie ganz zu schweigen von Handels als auch realen Kriegen oder auch der wachsenden Besorgnis über Alkohol und seine gesundheitlichen Auswirkungen, die auch den Wein betreffen wird das nächste Jahr sehr wahrscheinlich auch nicht einfacher. Deshalb viel Glück!

Und damit wären wir am Ende für diese Woche angekommen, aber natürlich freue ich mich immer, von anderen interessanten Geschichten zu lesen, über Wein zu quatschen und zu hören, wer mein nächster Gast im Podcast sein sollte. Also einfach ein paar Zeilen schicken oder mich auf Twitterkontaktieren. Und wer gerne immer auf dem Laufenden bleiben möchte, sollte sich unbedingt für den JollyCellarMaster Newsletter anmelden.

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